Karawane nach Kobanê gestartet – Internationale Solidarität rollt los

(Quelle: https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/karawane-nach-kobane-gestartet-internationale-solidaritat-rollt-los-49908)

Von Hannover aus ist der erste Konvoi der „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ aufgebrochen. Ziel ist die belagerte Stadt Kobanê. Die Initiative will das internationale Schweigen zu den Angriffen auf Rojava durchbrechen.

Mit einem sichtbaren Zeichen internationaler Solidarität ist heute in Hannover der erste Konvoi der „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ aufgebrochen. Die Initiative will angesichts der andauernden Angriffe auf die Demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien das internationale Schweigen durchbrechen und die belagerte Stadt Kobanê erreichen.

„Wir erleben gerade die größten Angriffe auf Rojava, auf Nord- und Ostsyrien – und wir werden das nicht unbeantwortet lassen“, erklärte Sprecherin Gesa Jonasson kurz vor der Abfahrt der Karawane. Die Stimmung am Startpunkt war entschlossen. Fahnen, Transparente und Parolen wie „Jin, Jiyan, Azadî“ und „Hoch die internationale Solidarität“ bestimmten das Bild.

Die Karawane ist eine Reaktion auf einen Aufruf der Selbstverwaltung in Rojava. Sie richtet sich gegen die anhaltenden Angriffe von Truppen und Dschihadistenmilizen unter dem Kommando der sogenannten syrischen Übergangsregierung und ihrer Verbündeten Türkei – Angriffe, die sich gezielt gegen die Zivilbevölkerung und die Errungenschaften der Revolution von Rojava richten. Hinter der Karawane steckt eine vielfältige Gruppe von Menschen und Organisationen deren Ziel es ist, „die kurdische Bevölkerung nicht alleine zu lassen und die revolutionären Errungenschaften in Nord- und Ostsyrien zu verteidigen: Basisdemokratie, Geschlechtergerechtigkeit, religiöse Vielfalt“.

Die Initiative verurteilt nicht nur die Angriffe auf Rojava selbst, sondern auch die politische Rückendeckung durch europäische Regierungen. Besonders scharf kritisiert wird die Annäherung der EU an die syrische Übergangsregierung unter Ahmed al-Scharaa. „Aus allen Ecken Europas machen wir uns heute auf den Weg. Wir werden viele sein – und wir werden laut sein“, betonte Jonasson. Aus unterschiedlichen Städten schließen wir uns an. Damit reihen wir uns ein in all jene, die sich ebenfalls auf den Weg machen: aus Bakur, aus Başûr, um Rojava zu verteidigen. Wir sind Teil der Proteste in Rojhilat und in Iran. Und wir sagen klar und unmissverständlich: Wir werden nicht zulassen, dass die Frauenrevolution in Nord- und Ostsyrien angegriffen wird. Wir werden sie verteidigen.“

Stationen auf dem Weg nach Kobanê

Der heutige Start in Hannover ist Teil einer grenzüberschreitenden Mobilisierung. Ein zweiter Konvoi ist parallel in Köln gestartet. In Städten wie Kassel, Frankfurt, Freiburg, Zürich, Berlin, Leipzig und München sind Zwischenstationen mit Aktionen geplant. In Wien sollen sich die Routen vereinigen, bevor der Weg über die Türkei nach Kobanê fortgesetzt wird.

Informationen rund um die Karawane finden sich auf der Webseite https://peoplescaravan.tem.li/language/de/die-karawane/

 

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