Kategoriearchiv: Termin/event/fecha

Vortragsreise: Kaffee statt Koks

Kaffee statt Koks

Solidarische Wirtschaft als Gegenmodell zur Drogenökonomie – der Kampf indigener Gemeinden in Kolumbien und die Rolle der Konsumländer

Die indigenen Gemeinden im Südwesten Kolumbiens – organisiert im Indigenen Regionalrat des Cauca (CRIC) – kämpfen seit Jahrzehnten gemeinsam für ihr Land, ihre Selbstbestimmung und ihre kollektiven Rechte. Dieses Engagement hat den CRIC zu einer zentralen Stimme für Frieden und soziale Gerechtigkeit gemacht. Gleichzeitig sind die Gemeinden von der Gewalt bewaffneter Gruppen und der Drogenwirtschaft bedroht. Um dieser Situation zu begegnen, setzen sie auf eine gemeindebasierte Wirtschaft und stärken ihren zivilen Widerstand.

Wie ist diese Situation mit dem internationalen Drogenhandel und der deutschen Drogenpolitik verknüpft? Wie hängt unser Kaffeekonsum mit der Produktion von Kokain in Kolumbien zusammen? Was sind solidarische und transnationale Antworten auf illegale Ökonomien und ihre Gewalt?

Nini Daza, Oberste Rätin des CRIC, und Manuel Bustos von der indigenen Kaffeekooperative CENCOIC sprechen über die Herausforderungen der Gemeinden und die Alternativen, die sie aufbauen. Vertreter*innen des Andenbüros der Rosa Luxemburg Stiftung und des Kaffeekollektivs Aroma Zapatista, das den Kaffee der CENCOIC in Deutschland vertreibt, skizzieren, was die Probleme und Lösungen der indigenen Gemeinden mit dem Welthandel und mit Deutschland zu tun haben.

Bei allen Veranstaltungen findet eine Simultandolmetschung Deutsch-Spanisch und Spanisch-Deutsch statt.


Termine:

13.4. / 18 Uhr Hamburg – Rathaus (Nebengebäude), Adolphsplatz 6
15.4. / 19 Uhr Berlin – Rosa Luxemburg Stiftung, Straße der Pariser Kommune 8a
17.4. / 18 Uhr Hannover – Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile 4
18.4. / 16 Uhr Frankfurt/Main – medico-Haus, Lindleystr. 15

Die Rundreise wird organisiert von der Rosa Luxemburg Stiftung, dem Kaffeekollektiv Aroma Zapatista und lokalen Bündnispartner*innen. Informationen auf Deutsch zum CRIC und den indigenen Gemeinden des Cauca: www.cauca-indigena.de


Referent*innen:

Nini Jhoanna Daza ist in der Amtsperiode 2025-27 Mitglied der neunköpfigen Consejería Mayor des Indigenen Regionalrats des Cauca (CRIC). Die einzige Frau in diesem obersten Gremium des CRIC kommt aus dem indigenen Selbstverwaltungsgebiet La Concepción. Dort war sie sechs Jahre lang als Gouverneurin und Rätin tätig. Ihre Familie baut Kaffee an.

Manuel Bustos ist Agraringenieur und Koordinator der Abteilung Eigene Wirtschaft in der Indigene Zentralkooperative des Cauca (CENCOIC). Darüber hinaus ist er Mitarbeiter von Ermes Pete, indigener Parlamentsabgeordneter und Teil der Koalition „Pacto Historico“ des aktuellen Präsidenten Gustavo Petro.

Belén Cevallos kommt aus Ecuador und arbeitet im Andenbüro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Quito. Sie hat Kommunikations- und Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Gender studiert.

Karin Gabbert leitet das Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Quito/Ecuador, von wo aus auch die Arbeit in Kolumbien, Venezuela und Bolivien geleitet wird. Sie ist Soziologin.

Martin Mäusezahl arbeitet im Kaffeekollektiv Aroma Zapatista, das solidarischen Kaffeehandel mit der zapatistischen Bewegung aus Mexiko und der indigenen Bewegung des Cauca betreibt.

[https://www.aroma-zapatista.de/blog/kaffee-statt-koks-vortragsreise-von-cric-cencoic]

Den Drohungen und der Gewalt zum Trotz: Wie Chiapas weiter ein Ort der Utopie bleibt

Die aggressive Politik Donald Trumps gegenüber Lateinamerika verschärft auch in Mexiko bestehende Gewaltverhältnisse. Nach der Militärintervention in Venezuela droht er nun mit einem Bodeneinsatz in Mexiko zur vermeintlichen Bekämpfung der Drogenkartelle. Allein die Drohkulisse hat bereits innenpolitische und wirtschaftliche Auswirkungen auf das Land – bis hinein in den südmexikanischen Bundesstaat Chiapas.

Von einer Eindämmung der organisierten Kriminalität ist jedoch wenig zu spüren. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass die Militarisierung, der Einfluss bewaffneter Akteure und Gewalt gegen die Zivilbevölkerung, besonders in indigenen und autonomen Regionen ansteigen werden.

Trotz dieser Erschütterungen ist Chiapas weiterhin ein zentraler Bezugspunkt internationaler Solidarität und gelebter Utopien. Vor allem die zapatistische Bewegung bleibt ein Hoffnungsträger vieler linker Bewegungen weltweit. Mit dem Bau eines großen Krankenhauses und ihrem Aufruf, sich auf den „Tag danach“ – die Zeit nach einem möglichen Zusammenbruch des Systems – vorzubereiten, lädt sie dazu ein, über die aktuelle Krise hinaus zu denken. Gleichzeitig eröffnet sie Räume, um kollektive Perspektiven und Strategien für kommende Kämpfe zu entwickeln.

Als Referentin wird Anne Haas sprechen. Sie hat fünf Jahre in Chiapas zu den Themen Sicherheit und Solidarität gearbeitet und publiziert regelmäßig zu dem Menschenrechtsthemen in Mexiko. Sie ist Mitglied der Deutschen Menschenrechtskoordination Mexiko und seit 2008 ist aktiv bei CAREA e.V..

Moderation: Daniella Gaub (Mitglied im Arbeitskreis Internationale Politik und Politische Theorie des Bildungswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung)

Die Räumlichkeiten des Bildungswerks sind leider nur bedingt für Rollstuhlfahrer*innen nutzbar: Es gibt einen Aufzug (mit den Maßen 125 cm x 70 cm). Allerdings besteht eine Kante von knapp 5 cm, um in die Räumlichkeiten zu gelangen. Es gibt keine barrierefreien Toiletten. Wir entschuldigen uns für die Umstände. Zurzeit sehen wir uns leider finanziell nicht in der Lage, den Altbau entsprechend zu sanieren.

Die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldung erforderlich. Die Veranstaltung ist in deutscher Lautsprache und findet in Kooperation mit CAREA e.V. statt.

Die Veranstaltung wird von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung gefördert.

https://politcal.de/event/den-drohungen-und-der-gewalt-zum-trotz-wie-chiapas-weiter-ein-ort-der-utopie-bleibt

Veranstaltung: Geht da noch was Internationalismus? – zapatistische Selbstverwaltung unter Beschuss

08.02.26 (So)
Veranstaltung im Centro Sociale
Kaffee & Kuchen ab 15h
Podiumsdiskussion ab 16h
Sternstr. 2, 20357 Hamburg

Eingeladen sind Aktivist*innen aus verschiedenen Solidaritätsstrukturen mit
den Zapatistas in Chiapas, Mexiko. u.a. der Gruppe B.A.S.T.A. (Münster) und der Recherche AG (deinebahn.com).
Habrá traducción al español.

„Gerechtigkeit von unten kann nur mit Erinnerung, Rebellion und Organisation erreicht werden“

Aufruf zu den nationalen und internationalen Aktionstagen

Gerechtigkeit für Samir und Selbstbestimmung für die Völker

„Gerechtigkeit von unten kann nur mit Erinnerung, Rebellion und Organisation erreicht werden”

An die Völker, Organisationen, Kollektive, Gruppen, Künstler*innen, Akademiker*innen, Feministinnen, Angehörige von Verschwundenen und Ermordeten, Angehörigen politischer Gefangener und allen Einzelnen und Kollektiven, sich am 19., 20., 21. und 22. Februar zu den nationalen und internationalen Konferenzen „Gerechtigkeit für Samir und Selbstbestimmung für die Völker” zu versammeln, die in jedem ihrer Gebiete stattfinden werden und für die wir folgende gemeinsame Agenda vorschlagen:

19. Februar. Um unsere Toten, Verschwundenen und zu Unrecht Inhaftierten zu benennen und gemeinsam gegen das System der Ungerechtigkeit zu protestieren, dem sie uns unterwerfen wollen.

20. Februar. Um mit Leben und Würde unseres Genossen Samir Flores Soberanes zu gedenken. Wir rufen dazu auf, künstlerische und gemeinschaftliche Wandbilder zu gestalten, Lieder zu singen, kulturelle Veranstaltungen, Aktionen, Propaganda und Aufklärungsarbeit darüber zu machen, wer Samir war und wofür die Völker des Vulkans, Mexikos und der Welt kämpfen.

21. und 22. Februar. Um die Megaprojekte anzuprangern und Aktionen zur Verteidigung des Lebens durchzuführen.

Wir laden Sie ein, diesen Aufruf zu unterzeichnen und Ihre Aktivitäten bis zum 10. Februar per E-Mail an cnicomunicacion@gmail.com zu melden, damit sie gemeinsam verbreitet werden können.

Kompletter Aufruf auf spanisch: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/2026/01/19/convocatoria-a-las-jornadas-nacionales-e-internacionales-justicia-para-samir-y-autodeterminacion-para-los-pueblos-del-19-al-22-de-febrero-de-2026/